Scharfe Fotos

mit der richtigen Kameraeinstellung


endlich scharfe Fotos!

Servus, meine Lieben, in diesem Artikel geht’s um scharfe Fotos! Also technisch gesehen scharfe Fotos. Ich glaube, viele von euch kämpfen immer wieder mit dem Problem, dass Bilder nicht richtig scharf werden. Mir persönlich ging es so lange Zeit so.
Ich meine, die Zeit ist auch lange vorbei. Aber es ging mir sehr lange Zeit so, dass ich nicht so richtig scharfe Bilder hatte und manchmal auch nicht so richtig wusste, wie ich das Ganze angehen soll, damit das zuverlässig funktioniert.
Michael Damböck
Fujifilm X-Photographer


 

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wie entsteht Verwackelung

Bevor wir das Problem lösen, wollen wir das Problem erst mal gemeinsam besprechen und definieren. Denn es gibt verschiedene Ursachen, warum ein Bild unscharf sein kann. Punkt eins. Vielleicht hast du aus Versehen den Hintergrund fokussiert oder generell an der falschen Stelle im Bild fokussiert. Das kann passieren. Viel häufiger ist es aber, dass deine Belichtungszeit nicht passt und nicht kurz genug war und du entweder gar nicht drauf geachtet hast, welche Belichtungszeit die Kamera, dir jetzt gibt oder du vielleicht diese Zeit fehlinterpretiert hast und sagst ach komm, ich schaff das schon. Ich kann das ruhig halten. Ich habe einen Bildstabilisator. Ich habe gehört, die Regel wäre eins durch Brennweite et cetera. Grundsätzlich: die Belichtungszeit ist meistens das Problem. Um dieses Problem noch ein bisschen besser zu definieren, müssen wir uns fragen: wie kommt es denn, dass die Belichtungszeit ein Problem wird?
Und wie können wir dafür sorgen, dass die Belichtungszeit wieder in einem Bereich zurückkommt, indem sie kein Problem ist. Also wir haben ja in der Fotografie, wenn wir uns die Grundlagen der Fotografie anschauen und wenn wir sehen, wie eine Belichtung funktioniert, drei Einstellungen: 1. die Blende, 2. die Belichtungszeit und 3. die Lichtempfindlichkeit. Alle drei müssen irgendwie zusammenspielen, um aus einem Bild das bestmögliche Ergebnis rauszuholen, sowohl auf technischer Seite als auch auf der kreativen Seite. Es gibt Situationen, in denen ist vielleicht gar nicht so die Frage, was du kreativ herausholen möchtest, sondern die Frage ist: kriegst du überhaupt ein scharfes und unverwackeltes Bild oder nicht?

 

 

scharfe Fotos

 

Kompromisse

Und deswegen muss man einfach auch ein bisschen Kompromisse finden und auch bereit sein, Kompromisse einzugehen. Ich persönlich habe gelernt, bestimmte Dinge einfach auch an die Kameraautomatik abzugeben. Denn so ein blöder Zahlenvergleich zwischen Lichtempfindlichkeit und Belichtungszeit, den kann die Kamera viel, viel schneller und zuverlässiger machen als ich das machen könnte. Mist, jetzt habe ich die Hälfte schon verraten. Ich erkläre es aber später gleich nochmal im Detail, denn das ist nur die eine Hälfte.
Die andere Hälfte ist das Zusammenspiel aus Blende – also Lichtmenge und Belichtungszeit. Das heißt, wenn du Probleme hast mit scharfen Bildern, dann solltest du vielleicht mal schauen, was denn deine Objektive so an Lichtstärke hergeben. Wenn du also noch mit einem Standardzoom unterwegs bist, mit dem 18 bis 55, das nur Blende 3,5-5,6 hat oder vielleicht sogar so ein Megazoom nutzt, von 18mm bis 200mm oder bis 300mm oder bis wieviel gehen die inzwischen? Auch da ist die Lichtstärke richtig schlecht. Mit diesen Objektiven bist du vor allem in, sagen wir mal stimmungsvollem Licht und bei schwachen Lichtsituation einfach schnell am Ende angekommen. Mit anderen Worten damit kannst du häufig auch gar kein unverwackeltes Bild machen. Das wollen wir jetzt aber gar nicht im Detail vertiefen, sondern wir wollen vor allem, weil die andere Seite vertiefen, nämlich das Zusammenspiel aus Lichtempfindlichkeit und Belichtungszeit.

 

ISO

Dein ISO Wert hat ja auf der kreativen Seite überhaupt keinen Nutzen. Also kein Mensch geht auf einen höheren ISO Wert, weil das kreative Vorteile bringt, weil es toll aussieht oder sowas. Nein, der ISO Wert ist ein reines Hilfsmittel. Ein höherer ISO Wert führt zu einer kürzeren Belichtungszeit. Dadurch hast du zwar mehr Bildrauschen, aber du bekommst ein Bild, das unverwackelt und scharf ist. Bei aktuellen Kameras sieht man das Bildrauschen kaum. Also eigentlich gar kein wirkliches Problem. Und genau deswegen sollte man auch diesen Weg gehen und höhere ISO Werte nutzen, wenn es notwendig ist, um kürzere Belichtungszeiten zu bekommen und damit scharfe Bilder. Diesen Zahlenvergleich zu machen zwischen dem aktuellen ISO Wert und der Belichtungszeit, das fordert extrem viel Aufmerksamkeit. Und deswegen würde ich dir auch gar nicht empfehlen, das von Hand zu machen. Ich würde dir empfehlen, das am Anfang natürlich manuell zu machen, solange du noch im Lernprozess bist. Aber wenn’s ums fotografieren geht, dann willst du nicht dauernd auf Zahlen gucken. Dann möchtest du einfach ein scharfes Bild mit einem niedrigst möglichen ISO Wert, aber vor allem mit einer vernünftigen Belichtungszeit.

Und genau dabei kommt die ISO Automatik ins Spiel. Sie hilft ihr nämlich genau den bestmöglichen Kompromiss dieser beiden Werte zu finden und das eben automatisch. Dazu musst du die ISO Automatik aber eben auch vernünftig einstellen. Das kann man bei der ISO Automatik einstellen. Und was ist vernünftig? Na ja, es kommt natürlich extrem darauf an, welche Motive du fotografierst und ob du eine extrem zittrige Hand hast oder ob du extrem lange Brennweiten benutzt. Die Zahlen, die ich euch jetzt gebe, die gelten so für den, sagen wir mal Hausgebrauch für den allgemeinen Bereich also nichts Extremes, weder extrem schnell bewegte Motive noch extrem lange Tele Brennweiten, sondern einfach so Hausgebrauch. Ich persönlich würde nämlich die ISO Automatik wie folgt einstellen.
Erstens würde ich der ISO Automatik den größtmöglichen ISO Bereich zur Verfügung stellen. Das bedeutet, dass deine ISO Automatik zum Beispiel zwischen ISO 100 und ISO 12.800 oder 25.000 frei wählen darf. Also ganz wichtig: keine Limitierung nach oben. Dazu gleich noch mal mehr zweiter Punkt auch extrem wichtig du musst der ISO Automatik eine Mindest-Belichtungszeit an die Hand geben. Mit anderen Worten du musst hier definieren, welche Belichtungszeit ist denn maximal noch zugelassen, bevor der ISO Wert erhöht wird? Ja, und da würde ich für den Hausgebrauch einfach mal 1/200s einstellen. Damit fährst du für die allermeisten Motive ziemlich gut. Und du kannst dich darauf verlassen, dass deine Bilder scharf werden, wenn du richtig fokussiert hast.
Jetzt noch mal zurück zu meiner ersten Aussage. Ich habe ja gesagt, gibt der ISO Automatik den größtmöglichen Spielraum den deine Kamera hergibt. Also vom niedrigsten ISO Wert bis zum höchsten.

 

Rauschen

Viele von euch haben wahrscheinlich Angst vor hohen ISO Werten. Okay, ich kann es nachvollziehen. Aber erstens mal hast du denn wirklich schon mal diese hohen ISO Werte getestet? Und hast du mal geschaut, wie das Bildrauschen überhaupt aussieht? Ich würde wetten, es rauscht gar nicht so stark, wie du vielleicht glaubst. Und selbst wenn es extrem stark rauscht. Der Deal ist doch hohes Rauschen und kurze Belichtungszeit oder weniger Rauschen und längere Belichtungszeit und dafür Verwackelung. Die Frage ist also möchtest du Rauschen oder möchtest du Verwackelung?
Ich weiß, du möchtest keins von beiden. Aber es gibt einfach Situationen, in denen es nicht die Frage, was du möchtest, sondern du musst diesen Kompromiss eingehen. Und du musst der Kamera die Chance geben, eine vernünftige Belichtung durchzuführen. Und das wäre der Weg, den du hier meiner Meinung nach gehen solltest. Abgesehen davon wir haben es ja schon besprochen. Der Einsatz von lichtstarken Objektiven mit einer richtig schönen Offenblende z.B. 1,4 oder 1,2. Sowas in der Region. Damit musst du wesentlich weniger Kompromisse eingehen, was den ISO Wert angeht. Aber wie gesagt, du hast nicht allzu viele Optionen, denn die Belichtung besteht aus drei Parametern , Blende, Belichtungszeit und ISO.
Und wenn es dunkel ist, und du eine Belichtung durchführen möchtest, dann musst du oderdie Kamera es irgendwo her holen. Du kannst nicht alle drei Werte herunter regeln und ich wundern, dass es nicht funktioniert.

 

Realität

Na also, bei allen Kameraeinstellungen, die du in deiner Kamera vor nimmst, musst du dir immer auch noch klarmachen: Auf der anderen Seite der Kamera ist halt auch noch die Realität. Also: das Leben ist kein Ponyhof. Was du einstellst, muss auch zur Situation passen und nicht nur zu deiner Idee vom Bild.
Wenn du noch mehr einsteigen möchtest, in die Grundlagen der Fotografie. Und wenn du auch noch Themen wie den Autofokus, den Weißabgleich und eben das Belichtungszusammenspiel, Blendenpriorität, Zeitpriorität, manueller Modus lernen möchtest, dann schaue dir mal meinen Einsteigerkurs zu den Grundlagen der Fotografie an.

 

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