Die Fujifilm X-T5 im ausführlichen Test
Ich bin Michael Damböck, Fujifilm X-Photographer, und ich habe die X-T5 zehn Tage lang intensiv getestet – in verschiedenen Situationen, mit unterschiedlichen Objektiven, für Foto und Video. Das Ergebnis: mehr Auflösung, schnellerer Autofokus und ein erhöhter Spaßfaktor, der mich ehrlich überrascht hat.
Was Fujifilm hier abliefert, trifft einen bestimmten Fotografen-Typ besonders: Wer sich auf das Bild konzentrieren möchte statt auf Menüs, wer klassisches Handling schätzt und wer von 40 Megapixeln in der Praxis profitiert.
Mein vollständiges X-T5 Video-Review mit Beispielfotos – 27 Minuten, direkt aus dem Praxistest
- Hervorragende Bildqualität durch 40 MP
- KI-Autofokus mit Objekterkennung
- Kompakter und leichter als X-T4
- Klassisches Fujifilm-Drehradkonzept
- Überraschend gutes Rauschverhalten
- Bessere Akkulaufzeit als Vorgänger
- Authentische Filmsimulationen
- Dual SD – kein teures CFexpress nötig
- Kein Batteriegriff erhältlich
- Kein Ladegerät im Lieferumfang
- Keine Kopfhörerbuchse
- Crop bei 4K und 6K Video
- Micro-HDMI Anschluss
- Kein internes ProRes
Beispielfotos aus 10 Tagen Praxistest mit der Fujifilm X-T5
X-T5 vs. X-T4 – Lohnt sich das Upgrade?
Das ist die Frage, die mir am häufigsten gestellt wird. Meine ehrliche Antwort: Es kommt darauf an, was du fotografierst.
Für Nutzer der X-T1, X-T2 oder X-T3 ist der Sprung zur X-T5 in drei Bereichen schlicht riesig: die Auflösung hat sich mehr als verdoppelt, der KI-Autofokus ist eine andere Liga, und das Handling ist trotzdem vertraut. Wer hier upgradet, wird begeistert sein.
Von der X-T4 lohnt sich das Upgrade besonders, wenn du:
- die höhere Auflösung aktiv nutzt – Landschaften, Architektur, Großformate, Cropping-Spielraum
- das klassische 3-Wege-Klappdisplay bevorzugst statt des vollschwenkbaren
- den neuen KI-Autofokus mit Tier-, Fahrzeug- und Objekterkennung nutzen willst
- schon länger nicht mehr upgradet hast und bereit bist, in eine neue Dimension zu wechseln
Wer hauptsächlich Video macht und das vollschwenkbare Display braucht, bleibt mit der X-T4 gut bedient oder sollte gleich zur X-H2 schauen.
Fujifilm X-T5 vs. X-T4 vs. X-H2
| Merkmal | X-T4 | X-T5 ★ | X-H2 |
|---|---|---|---|
| Sensor | 26,1 MP X-Trans CMOS 4 | 40,2 MP X-Trans CMOS 5 HR | 40,2 MP X-Trans CMOS 5 HR |
| Prozessor | X-Processor 4 | X-Processor 5 | X-Processor 5 |
| IBIS | 6,5 Stops | bis zu 7 Stops | bis zu 7 Stops |
| Serienbild (mech.) | 15 fps | 15 fps | 15 fps |
| Serienbild (elektr.) | 20 fps (1,25× Crop) | 20 fps (1,29× Crop) | 20 fps (1,29× Crop) |
| Video max. | 4K DCI 60p | 6.2K 30p / 4K 60p | 8K 30p / 4K 60p |
| RAW-Video extern | Nein | Ja (HDMI) | Ja (HDMI) |
| Speicherkarten | 2× SD UHS-II | 2× SD UHS-II | 1× CFexpress + 1× SD |
| Display | voll schwenkbar | 3-Wege klappbar | voll schwenkbar |
| EVF-Auflösung | 3,69 Mio. Punkte | 3,69 Mio. Punkte | 5,76 Mio. Punkte |
| Akkulaufzeit (CIPA) | ~600 Aufnahmen | ~740 Aufnahmen | ~680 Aufnahmen |
| Gewicht | ca. 607 g | ca. 557 g | ca. 660 g |
| Batteriegriff | Ja | Nein | Ja |
| UVP | ~1.799 € | ~1.999 € | ~2.249 € |
Der XTrans CMOS 5 HR Sensor
40,2 Megapixel klingt zunächst nach einer Zahl für Hochglanzprospekte. In der Praxis ist es aber deutlich mehr als das. Der Pixelabstand beträgt 7.728 × 5.152 Pixel, und das macht sich vor allem bei drei Dingen bemerkbar:
- Detail in Landschaften: Grashalme, Baumrinden, Wolkenstrukturen werden mit einer Präzision wiedergegeben, die mich bei jedem Export neu überrascht
- Cropping-Spielraum: Du kannst nach dem Shooting noch deutlich stärker beschneiden, ohne Qualität zu verlieren – ideal für Wildlife oder Street Photography
- Großformate: A2, A1, sogar Wandbilder in 1,5 Meter Breite – die X-T5 liefert die Reserve, die man dort braucht
Der Multishot-Modus addiert 160 Megapixel durch minimale IBIS-Verschiebungen. Für Architektur oder Studio: ein Game-Changer.
Basis-ISO 125 und Bildstabilisierung
Das Basis-ISO liegt bei 125, kombiniert mit bis zu 7 Stops IBIS-Wirkung. Der schnellste elektronische Verschluss mit 1/180.000 Sekunde macht Offenblende selbst bei hellem Sonnenlicht problemlos möglich – und das ist kein Marketingversprechen. Stell dir vor: Eine weiße Wand auf Santorini, Mittagssonne, XF 56mm ƒ/1.2 voll geöffnet. Mit mechanischem Verschluss: hoffnungslos überbelichtet. Mit dem elektronischen 1/180.000s-Verschluss der X-T5: perfekt belichtet, null Rolling Shutter, Bokeh so cremig wie ich es mir vorgestellt hatte. Für Portraitfotografen im Freien ist das ein Game-Changer.
40 Megapixel in der Praxis – Beispielbilder aus dem 10-Tage-Test
Videoqualität der Fujifilm X-T5
Ich sage das direkt: Die X-T5 ist keine Videokamera, und Fujifilm versucht auch nicht, sie als eine zu vermarkten. Das ist ein Designentscheid, den ich richtig finde. Trotzdem ein ehrlicher Blick auf die Videofähigkeiten.
Was funktioniert gut
- 6.2K-Video in 4:2:2 10-Bit – für Fotografen, die gelegentlich filmen, absolut ausreichend
- RAW-Video über HDMI mit externem Rekorder möglich
- 240 fps Slow-Motion in Full-HD für dramatische Aufnahmen
- 4K 60p liefert solide Qualität im Alltag
Was fehlt
- Slow-Motion nur in Full-HD, nicht in 4K wie bei der X-H2S
- Crop bei 6K- und 4K-Aufnahmen – kein voller Bildwinkel
- Keine Kopfhörerbuchse direkt am Body
- Kein internes ProRes
Wer primär Videos produziert, sollte zur X-H2 oder X-H2S greifen. Für alle, die Foto machen und Video als Ergänzung sehen – ist die X-T5 mehr als ausreichend.
Speicherkarten: SD statt CFexpress
Die X-T5 setzt auf zwei SD-Kartensteckplätze mit UHS-II-Standard statt CFexpress wie die X-H2. Ich halte das für die richtigere Entscheidung für diese Kamera:
Wir sind ja alle gut ausgestattet mit SD-Karten – warum sollte ich jetzt parallel CFexpress-Karten kaufen, einen zusätzlichen Kartenleser anschaffen und dann trotzdem nicht die Möglichkeit haben, die Karte direkt ins Notebook einzustecken? Für diese Kamera die richtige Entscheidung.
– Michael Damböck im TestSD UHS-II ist für Fotografie vollkommen ausreichend. Für Video in 6.2K empfehlen sich V90-zertifizierte Karten.
Hautweichzeichner – interessant, aber mit Vorbehalt
Fujifilm hat mit dem X-Processor 5 einen softwarebasierten Hautweichzeichner eingeführt. Das Problem: Der Filter macht Bilder insgesamt weicher und matschiger, statt nur die Haut dezent zu glätten. Das Ergebnis wirkt künstlich, besonders in Ausschnitten bei höherer Vergrößerung.
Ich habe das Feature direkt in meiner Studio-Küche ausprobiert – spontaner Praxistest an meiner Crew während eines Shootings. Schon bei Stärke 2 von 5 waren Details in Haaren und Kleidung erkennbar weichgezeichnet, also nicht nur die Haut. Bei Stärke 5 sah das Ergebnis aus wie ein unscharfes Selfie. Testergebnis: für professionelle Portraits schalte ich das ab.
Mein Rat: Testen, ausprobieren, selbst entscheiden. Aber nicht darauf verlassen.
Weißabgleich mit KI-Unterstützung
Der Weißabgleich der X-T5 arbeitet jetzt mit Deep-Learning-Algorithmen und soll neutralere, natürlichere Farben in schwierigen Lichtsituationen liefern. In meinen zehn Testtagen hatte ich keine nennenswerten Probleme damit.
Ein ehrlicher Hinweis zur Perspektive: Ich fotografiere selten in Glühlampen- oder Mischlicht-Situationen, in denen der Weißabgleich wirklich kritisch wird. Das ist bewusst so – ich nutze ihn lieber als kreatives Werkzeug statt als technische Korrektur. Warmes Abendlicht mit 3.200 Kelvin eingefroren? Das ist eine ästhetische Entscheidung, kein Fehler. Wer in Innenräumen unter gemischtem Kunstlicht arbeitet und neutrale Hauttöne braucht, wird die KI-Verbesserungen der X-T5 gegenüber der X-T4 aber deutlich merken.
Meine Filmsimulations-Serie für die X-T5
Die Filmsimulationen der X-T5 sind eines meiner Lieblingsthemen – ich habe dazu eine eigene Short-Video-Serie veröffentlicht, in der ich die wichtigsten Simulationen direkt an der Kamera demonstriere:
Fuji Filmsimulations Serie – direkt an der X-T5
Berlin mit Fujifilm X-T5 + XF 35/1.4 – Straßenfotografie in der Praxis
Was wirklich stört
- Kein Batteriegriff: Nur ein einfacher Handgriff verfügbar. Für Hochformatfotografen, die das Auslöser-Setup spiegeln möchten, ein echter Nachteil.
- Kein Ladegerät im Lieferumfang: Für eine Kamera in dieser Preisklasse schlicht nicht in Ordnung. Nur USB-C Laden ist kein Argument mehr.
- Kein Belichtungsmessschalter mehr: Den Platz nimmt der Foto-/Video-Umschalter ein – den ich tatsächlich praktischer finde. Aber wer den alten Schalter gewohnt war: Er ist weg.
- Keine Kopfhörerbuchse: Für Videofilmer ein echtes Problem. Für Fotografen irrelevant.
40 Megapixel in der Praxis
Ich habe Vergleichsbilder zwischen meiner X-H1 (24 MP) und der X-T5 (40 MP) gemacht – unter identischen Bedingungen. Der Unterschied ist deutlich sichtbar, aber nicht auf jede Situation übertragbar. Auf dem Monitor bei 100 % fällt er stark auf; in einem gerahmten A5-Print kaum.
Wo die 40 Megapixel wirklich zählen:
- Großformatdruck: Wandbilder über 1 Meter Breite, Galerie-Prints, Werbeflächen – hier ist die Reserve messbar
- Detailreiche Motive: Architekturfotografie, Landschaft, Makro – Texturen werden greifbar
- Nachträgliches Cropping: Du kannst breiter aufnehmen und im Post entscheiden, was das Bild zeigt
- Lizenzfotografie: Stockagenturen zahlen für höhere Auflösungen auch höhere Lizenzen
Mehr Auflösung, mehr Spielraum im Crop – Beispielfotos aus dem Praxistest
Fujifilm X-T5 ISO-Rauschverhalten
Ich war ehrlich gesagt skeptisch. Mehr Megapixel auf gleichem Sensorformat bedeutet kleinere Pixel – und kleinere Pixel rauschen mehr. Zumindest theoretisch. Die Praxis sieht anders aus.
Ich habe Vergleichsaufnahmen mit meiner X-H1 (24 Megapixel) gemacht – unter identischen Bedingungen, gleiche Szene, gleiches Licht. Bei ISO 200: kein sichtbarer Unterschied im Rauschverhalten. Bei ISO 4.000: Die X-T5 hält sich trotz der deutlich höheren Pixeldichte mindestens auf Augenhöhe mit der X-H1. Das überrascht mich wirklich – mehr Pixel auf gleichem Sensor, gleicher oder sogar besserer Rauschabstand. Der X-Processor 5 macht hier offensichtlich einen großen Teil der Arbeit.
Ich war wirklich wirklich nicht darauf gefasst, wie gut das Rauschverhalten der X-T5 ist. Das hat mich tatsächlich überrascht.
Ein Hinweis zur Perspektive
Rauschverhalten wird in Reviews oft überschätzt. Was zählt: Die Bildidee, das Licht, der Moment. Ein Foto mit leichtem Rauschen, das eine starke Geschichte erzählt, ist immer besser als ein rauschfreies Bild ohne Seele.
Autofokus mit KI-Objekterkennung
Das ist es. Das Feature, das mich am meisten begeistert hat und das meiner Meinung nach allein ein Upgrade rechtfertigt: KI-basierte Objekterkennung mit Deep Learning.
Du stellst ein, auf welches Objekt die Kamera scharf stellen soll. Dann macht sie das – präzise, schnell, und ohne ständiges Nachkorrigieren.
Erkannte Objekte
- Flugzeuge
- Autos und Motorräder
- Tiere – mit separater Erkennung von Vögeln
- Züge
- Fahrräder
Allein dafür lohnt sich meiner Meinung nach ein Upgrade auf die X-T5. Der Autofokus ist abnormal präzise und schnell – ich konnte mich vollständig auf Timing, Bildaufbau und Licht konzentrieren, statt ständig den Fokusmodus zu justieren.
Was der KI-Autofokus ermöglicht – Beispielfotos aus dem Test
- KI-Autofokus richtig konfigurieren für jede Situation
- Jedes Menü und Untermenü direkt an der Kamera erklärt
- Filmsimulationen, Custom Buttons, Quick-Menü optimieren
- Praxiseinstellungen für Reportage, Portrait und Reisen
- Auch gültig für X-H2, X-H2S, X-T4 und mehr
Für wen ist die X-T5 die richtige Wahl?
Die X-T5 passt perfekt für
- Fotografen, die höhere Auflösung aktiv nutzen – Landschaften, Architektur, Portraits
- Nutzer, die das klassische Fujifilm-Drehradkonzept schätzen
- Upgrader von X-T1, X-T2 oder X-T3 – der Leistungssprung ist enorm
- Menschen, die häufig im Hochformat fotografieren
- Langzeit-Nutzer, die seit Jahren nicht upgradet haben
- Alle, die Fotografie in den Vordergrund stellen und Video als Ergänzung sehen
Für diese Anwendungsfälle gibt es bessere Alternativen
- Reine Video-Produktion: X-H2 oder X-H2S bieten 8K, 40 fps und mehr Pro-Video-Features
- Extremes Wildlife und Sport: X-H2S mit 40 fps elektronischem Verschluss ist überlegen
- Batteriegriff-Nutzer: Weder Batteriegriff noch vergleichbarer Ersatz erhältlich
- Digitalminimalisten: 40 MP bedeuten mehr Speicherplatz und mehr Rechenleistung im Post
Der ultimative Fujifilm X-T5 Einstellungen-Kurs
Du hast die Kamera – jetzt lernst du sie wirklich kennen. 4,5 Stunden Video, direkt an der Kamera gedreht, verständlich erklärt. Kein trockenes Handbuch. Praxiswissen, das du sofort anwenden kannst.
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X-T5 kaufen – oder auf die X-T6 warten?
Diese Frage wird mir gerade sehr oft gestellt. Meine Antwort ist kurz und direkt: Einfach kaufen und sofort loslegen.
Ob und wann die X-T6 kommt – das weiß aktuell niemand. Es gibt keine offizielle Ankündigung, keinen Termin, keine verlässlichen Gerüchte. Wer auf etwas wartet, von dem er nicht mal weiß, ob und wann es kommt, verliert im besten Fall Zeit. Im schlechtesten Fall wartet er auf eine Kamera, die in zwei Jahren kommt und dann wieder Anlass für die nächste Warterei gibt.
Eine neue Kamera hat dich bisher noch nie besser gemacht. Was dich besser macht, ist Fotografieren – und dafür brauchst du eine Kamera, die jetzt in der Hand liegt, nicht eine, die vielleicht irgendwann erscheint.
Die X-T5 ist Stand heute eine der besten Kameras, die Fujifilm je gebaut hat. 40 Megapixel, KI-Autofokus, kompaktes Gehäuse, überragendes Rauschverhalten. Wer damit nicht großartige Fotos machen kann, wird das mit der X-T6 auch nicht können – weil die Kamera selten die limitierende Variable ist.
Mein Rat: Kauf dir die X-T5 jetzt. Steck die Energie ins Fotografieren statt ins Warten. Das ist zehnmal wertvoller als jede Spezifikationsrunde mit einem noch nicht existierenden Nachfolger.
Fazit zur Fujifilm X-T5
Video ist für die meisten Fotografen ein Nebenprodukt – und genau dafür ist die X-T5 gemacht. Sie ist eine Kamera für Fotografen: kompakt, leicht, mit klassischem Drehradkonzept und einer Bildqualität, die ich nicht für selbstverständlich gehalten hätte.
Was mich am meisten überrascht hat: Der Autofokus. Und was ich am meisten schätze: Dass die Kamera mich fotografieren lässt, statt mich zu verwalten.
X-T5 kaufen wenn …
- Foto im Vordergrund steht
- Du hohe Auflösung nutzt
- Kompaktes Design wichtig ist
- Klassisches Drehrad-Handling
- Upgrade von X-T1 bis X-T3
Besser zur Alternative wenn …
- Video Priorität hat → X-H2
- Maximale AF-Speed → X-H2S
- Batteriegriff nötig → X-H2
- Budget begrenzt → X-T4