In dieser Galerie geht es weniger um Gebäude als um Räume, Linien und Licht. Viele Motive zeigen Architektur nicht frontal, sondern aus ungewohnten Blickwinkeln: von unten nach oben, entlang von Kanten, durch Spiegelungen oder über rhythmische Wiederholungen von Formen und Ebenen. Treppen, Fassaden, Durchgänge und Innenräume werden zu grafischen Elementen, in denen sich Ordnung und Spannung begegnen.
Auffällig ist das Zusammenspiel von Licht und Schatten. Hartes Sonnenlicht zeichnet klare Linien, weiches Licht lässt Flächen ruhig wirken, Reflexionen lösen Grenzen auf. Oft entsteht eine fast stille Atmosphäre – menschenleer oder mit Figuren nur als Maßstab gedacht. Architektur wird hier nicht als Kulisse verstanden, sondern als eigenständiges Motiv mit Charakter.
Viele Bilder leben von Reduktion: wenige Farben, klare Strukturen, bewusste Ausschnitte. Andere arbeiten mit Spiegelungen, Symmetrien oder bewussten Brüchen, die den Blick kurz irritieren. Mich interessiert dabei weniger das dokumentarische Abbild eines Bauwerks als die Frage, wie Architektur wirkt – emotional, grafisch, manchmal fast abstrakt.
Die Kamera wird so zum Werkzeug, um Ordnung sichtbar zu machen, aber auch um sie zu hinterfragen. Zwischen Klarheit und Komplexität entstehen Bilder, die Architektur nicht erklären, sondern erlebbar machen.