Spiegelreflex oder Systemkamera?

welches Kamerasystem ist besser?


wer braucht heutzutage noch einen Spiegel?

Die Frage ob eine Spiegelreflexkamera oder Spiegellose Systemkamera besser ist stellen sich nicht nur diejenigen, die neu in die professionelle Fotografie investieren möchten sondern auch professionelle Fotografen.

Vor allem in meinen Fotokursen in Stuttgart kommt dieses Thema fast täglich zum Gespräch. Oft fragen Kunden mich wozu man den Spiegel noch bräuchte. Eine durchaus berechtigte Frage. Rein technisch war der Spiegel früher tatsächlich notwendig um ein Vorschaubild im Sucher zu bekommen und um den Autofokus der Kamera nutzen zu können.

Heute ermöglichen Bildsensoren auch ohne separate Fokus-Sensoren das Bild zu fokussieren und auch über einen Elektronischen Sucher oder ein Display auf der Kamerarückseite ein Lirebild zu erzeugen. Diese technischen Neuerungen sorgten dafür, dass ein Spiegel nicht mehr notwendig ist.

Michael Damböck
Fujifilm X-Photographer


Der elektronische Sucher

Elektronische Sucher liefern inzwischen ein sehr gutes und klares Live Bild. Allerdings ist der Blick auf ein elektronisch erzeugtes Bild für das Auge durchaus ermüdend und ein echtes Sucherbild hier für einen langen Shooting-Tag definitiv weniger anstrengend. Halt – das war einmal so – in aktuellen Systemkameras finden sich meist sehr hochwertige und hochauflösende “Bildschirme”. Ich würde sogar so weit gehen zu behaupten, dass mancher nicht unterscheiden kann ob er durch einen optischen oder digitalen Sucher schaut.

Der Stromverbrauch ist ein Thema für alle, die viele Stunden oder eventuell Tage lang darauf angewiesen sind, dass die Kamera einsatzbereit ist. Der Stromhunger einer Systemkamera ist verglichen mit einer klassischen Spiegelreflexkamera enorm und erfordert alle ca. 300 Bilder oder alle rund 90 Minuten eine neue Batterie. Beim Fotografieren mit einer Spiegelreflexkamera und einer Bildrückschauzeit von 2 Sekunden sind gute 1000-1500 Bilder mit einem Akku möglich.

Die live Belichtungsanzeige

Allerdings haben Systemkameras einen unschlagbaren Vorteil: sie zeigen im Live-Vorschaubild exakt das, was du fotografierst. Das bedeutet, du siehst Dinge wie Belichtungskorrekturen oder deinen Weißabgleich sofort, vor der Aufnahme und musst nicht nach dem Foto deinen Blick vom Motiv nehmen um dein Ergebnis zu sehen. Das ist ein großer Vorteil während dem Shooting. Das kann eine Spiegelreflexkamera Prinzip-bedingt nicht leisten.

Das tolle hierbei ist, dass man bei Gegenlichtaufnahmen nicht durch die Sonne geblendet werden kann. Natürlich wird das Sucherbild heller im Gegenlicht, aber da du auf einen Monitor schaust kann dieser nie so stark blenden wie die Sonne.

Der größte Vorteil Meiner Meinung nach ist jedoch, dass die Bildkontrolle wegfallen kann. Denn das Bild, das du im Sucher der Kamera siehst ist absolut repräsentativ für die spätere Aufnahme. Also genau wie beim Smartphone – auch dort ist Bildvorschau und Aufnahme identisch.

 

Die Bildqualität

Insbesondere Fotografen, die lange und viel mit klassischen Spiegelreflexkameras gearbeitet haben stehen den relativ neuen Systemkameras kritisch gegenüber und nehmen sie nicht ernst. Der Erfolg der Systemkameras am Fotomarkt zeigt jedoch, dass diese inzwischen definitiv ernst genommen werden können. Wenn es auch große Qualitätsunterschiede zwischen den verschiedenen Herstellern und Modellen gibt findet man Modelle die der Bildqualität von aktuellen Spiegelreflexkameras in nichts nachstehen.

 

Spiegelreflex oder Systemkamera

Diese Frage hängt von deinem Geschmack und deinen Vorlieben ab. Es ist jedoch definitiv empfehlenswert bei der Frage ob Spiegelreflexkamera oder Spiegellose Systemkamera sich beide Systeme genau anzuschauen. So merkst du schnell welches System dir besser liegt. Letztendlich kannst du mit beiden Systemen gute Fotos machen. Es ist wie bei der Frage ob Gas oder Elektroherd. Es kommt drauf an was du draus machst!

 

meine Kamera

Hier im Studio arbeiten wir bereits seit 2012 mit dem Spiegellosen Systemkameras von Fuji – dem Fuji-X System. Hierbei war lange Zeit die X-Pro1 unser Arbeitstier vor allem im Bereich Reisefotografie und Steetfotografie. Diese wurden über die Jahre dann von der X-T2 und X-T3 abgelöst. Wenn es ums Filmen geht möchte ich meine Fuji X-H1 nicht mehr missen. Der stabilisierte Sensor ermöglicht umverwackeltes Filmen aus der Hand.

 






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