iPhone 11 Pro test

aller guten Dinge sind drei: jetzt mit drei Kameras


wer braucht heutzutage noch eine Kamera?

Provokante Frage – insbesondere für einen Berufsfotografen. Aber vor allem auch für einen Markenbotschafter von Fujifilm. Eine Marke, die die Fotografie in vielerlei Hinsicht mitdefiniert hat.

Klar ist: für mich kann ein Smartphone nicht die große Kamera ersetzen. Doch was bringt die Zukunft? Und vor allem – wie sieht es für Hobbyfotografen aus?

Michael Damböck
Fujifilm X-Photographer


ein gutes Foto

Um darüber zu sprechen, ob eine Kamera gut ist, ist es wichtig zu definieren was ein gutes Foto ausmacht. Das allein ist schon ein Fass ohne Boden. Dennoch möchte ich ein paar Dinge kurz ansprechen.
Denn es gibt natürlich technische Dinge wie Auflösung, Tonwerte, Belichtung, Schärfe, Farben, Bokeh bzw Tiefenschärfe. Hier besteht kein Zweifel, Smartphones und eben auch das iPhone 11 Pro können einer vernünftigen Kamera bei weitem nicht nicht das Wasser reichen. Die Bildqualität aus technischer Sicht ist im besten Fall “OK”. Aber meiner Meinung nach noch weit von dem entfernt was eine gute Systemkamera oder Spiegelreflexkamera erreicht.

Auf der anderen Seite gibt es aber auch emotionale Faktoren. Denn ein Foto ist eben auch gut, wenn es Erinnerungen weckt. Wenn es beim Betrachter Emotionen hervor ruft. Denn nicht jeder, der fotografiert ist Fotograf. Mit anderen Worten: nicht jeder hat den gleichen technischen Anspruch an die Fotografie. Manchmal ist “OK” eben mehr als genug. Ein Bild wird nicht immer besser oder Wertvoller, weil es technisch perfekt ist. Man muss akzeptieren, dass die Fotografie ständig im Wandel ist. Menschen wollen nicht immer eine große Kamera mitnehmen. Aber fotografieren wollen sie trotzdem.

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WOW
WEIT
WINKEL

Ich bin Weitwinkel fan. Schon immer. Je weiter desto besser. Klar, nicht für jede Situation, aber gerade in Räumen oder bei Landschaften setze ich sehr gerne kurze Brennweiten ein. Dass das jetzt auch am iPhone geht war einer der Gründe warum ich es sofort haben musste. Natürlich muss man auf Verzerrungen achten. Gerade bei Menschen und Portraits sollte man also sehr vorsichtig sein.

Insbesondere hat mich aber auch die Integration der drei Kameras in der Kamera App sehr gut gefallen, denn ich kann auch im Videomodus alle Kameras nutzen und nahtlos Zoomen während der Aufnahme. Im Hintergrund schaltet das iPhone quasi nahtlos zwischen den drei einzelnen Kameramodulen um. Wow!

 

Innovationen

Innovationen gibt es überall – vor allem aber in der Elektronik und Softwarebranche. Was Apple hier aus diesen mini-Kamerasensoren zaubert ist beeindruckend. Zum Beispiel die HDR Funktion. WOW, ist die gut. Der Dynamikbereich der iPhone Bilder ist selbst mit professionellen Kameras nur schwer zu erreichen. Außerdem: Panoramabilder mit bis zu 63 Megapixel. 63 Megapixel! Fake Bokeh und Hintergrundunschärfe mit einer Optik, die gar keine Hintergrundunschäfe erzeugt. Durch die Erstellung einer depth map kann das iPhone eine Tiefenschärfe simulieren. Dazu bekommst du auf dem Bisplay einen virtuellen Blendenregler.

All das sind Innovationen die ich grundsätzlich auch gerne in traditionellen Kameras sehen würde. Warum hat eine Systemkamera keine Apps? Warum hat sie keine Live Bilder? Warum kann sie kein hochauflösendes Panorama direkt in der Kamera? Werden diese Innovationen ignoriert? Hofft man darauf, dass Menschen sich auf die “richtige” Fotografie besinnen?

 

Achtung…

Die hier gezeigten Bilder wurden für das Internet stark verkleinert und komprimiert. Sie zeigen nicht die volle Bildqualität des iPhone 11 Pro. Aber lass dir eines gesagt sein. Es ist nach wie vor “nur” ein Smartphone. So hat mein erster iPhone 11 Pro test gezeigt: die Bildqualität kommt nach wie vor nicht an die, einer richtigen Kamera heran.

Dennoch – unter den Smartphones ist Apple immer ganz vorne mit dabei und ich glaube einer der häufigsten Gründe für den Kauf eines iPhone ist die Kamera. Nicht umsonst ist das iPhone die weltweit am häufigsten genutzte Kamera. Toll – dass wir so etwas in der Hosentasche haben können.

Nachtaufnahmen

Für Street Photography wird das sehr spannend. Kann es kaum erwarten, weitere Nachtaufnahmen mit dem iPhone zu machen. Denn selbst Sterne sind in den iPhone 11 Bildern erkennbar. Wer hätte das gedacht?

Insbesondere bei Nachtaufnahen bzw. generell bei Fotos in dunklen Umgebungen waren Smartphone Kameras sehr schlecht. Auch hier sind wir bei weitem nicht auf dem Level einer “richtigen Kamera” aber mein erster iPhone 11 Pro test hat gezeigt, dass sich hier enorm viel verbessert hat. Das Bild am Bahnsteig wurde aus der Hand gemacht. Mehrere Sekunden Belichtungszeit. Das Ergebnis: scharf, relativ klar. Für ein Bild aus der Hand unglaublich gut.

 

iPhone X

iPhone 11 Pro

auf den ersten Blick sieht der ungeübte Betrachter vielleicht keinen großen Unterschied. Aber links beim iPhone X fehl die Struktur der Tapete gänzlich. Auch der Fußboden sieht eher matschig aus. Rechts beim iPhone 11 Pro stecken viel mehr Details im Bild. Außerdem haben die Bilder einen leicht unterschiedlichen Weißabgleich – den wollen wir mal vernachlässigen.

 






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