Tanzshooting

Ein freies Fotoprojekt von pixelcatcher

Als selbstständiger Fotograf kann man sich Im täglichen Geschäft oft nicht so verwirklichen wie man das als Künstler gerne tun würde. Wenn auch jedes Foto selbst bei Bewerbungsbildern oder auch bei Produktaufnahmen letztendlich doch die eigene Handschrift trägt sehnt man sich immer wieder nach einem Projekt bei dem niemand Vorgaben macht und bei dem man völlig frei entscheiden und Arbeiten kann.

Die Idee in diesem Zusammenhang Tänzer zu Fotografieren kam mir immer wieder. Zur Umsetzung fehlte aber lang die Zeit. Schließlich sollte jedes Fotoshooting auch angemessenen geplant werden. Die erste Etappe des Tanzprojektes hatten wir um Winter 2009. Kurzfristig gestalteten wir einen Aushang, platzierten diesen an den besten Tanzschulen Stuttgarts und erhielten so innerhalb kürzester Zeit einige Bewerbungen von Tänzerinnen und Tänzern. Genau genommen beschränkten wir uns in der ersten Etappe auf Ballerinas.

Die besten und vielversprechendsten Bewerberinnen luden wir zum Casting und Shooting in unser Studio ein. Für ein anständiges Studioshooting braucht man natürlich Licht. Damit die Bilder später genau den eigenen Vorstellungen entsprechen und damit man nicht unnötig zu viel Zeit mit Bildretusche verbringt ist es elementar wichtig sich auf das Shooting vorzubereiten.

Zur Vorbereitung eines Shootings gehören nicht nur volle Akkus, leere Speicherkarten und Modelverträge. Je genauer der Fotograf seine Bildidee ausarbeitet und je besser er auf ein Shooting vorbereitet ist, desto entspannter kann er beim Shooting selbst sein. Bei diesem Shooting sollte der Hintergrund komplett weiss sein. Für das Licht bedeutet das, dass wir zwei Blitze allein für den Hintergrund benötigen. Für die Ballerinas selbst sollte dann ein Blitz mit Softbox von vorne/oben genügen.

Kein Shooting ohne Musik! Wenn es ums Thema Tanz geht gibt es hier selbstverständlich keine Ausnahme. Während also die Musik schon dröhnt, machen sich die Ballerinas warm. Ein guter Zeitpunkt um die Licht- und Kameraeinstellungen ein Letzes mal zu überprüfen und Feineinstellungen zu machen.

Das tolle beim Arbeiten mit Tänzern ist, die Präzision in den Bewegungsabläufen. War der Sprung 10cm zu weit rechts so saß der darauf folgende Sprung perfekt. Wer meint, dass so jeder Bild ein Treffer ist, der täuscht sich. Nicht nur von Fotografenseite, sondern auch auf Seite der Tänzer suchten wir nach tadellosen Ergebnissen. Wenn wir also bei einem guten Bild sahen, dass wir es noch besser machen konnten dann taten wir das auch.
Ziel war von Anfang an sowohl einerseits die schnellen Bewegung einzufrieren und gleichzeitig die Bewegungen aber auch visuell darzustellen. Das einfrieren der Bewegung übernahm der Blitz. Durch Einstellung der Blitzleistung im unteren Leistungssegment erreichten wir eine relativ kurze Abbrenndauer und damit auch sehr geringe Bewegungsunschärfe.

Die Darstellung der Bewegung wird auf zwei Wegen erreicht. Zum einen durch das fliegende Haar und die Bewegung im Stofftuch und zum anderen durch die Linien in einigen Bildern, welche im der digitalen Nachbearbeitung hinzugefügt wurden. Die Linien selbst sind selbst auch Fotografien, es sind keine Computergrafiken!

Nach der ersten Runde mit Ballerinas im Fotostudio ruhte das Projekt wieder für einige Zeit, bis sich uns die Gelegenheit ergab eine PhaseOne P65+ Mittelformat Digitalkamera mit 65 Megapixel Auflösung zu leihen.
Kurzerhand beschlossen wir, dass wir diese Gelegenheit nutzen sollten um das Tanzprojekt fortzusetzen. Dieses mal sollte es aber nicht im Studio sein und es sollte auch nicht nur auf Ballett beschränkt sein. Kontakte zu Tänzern aus anderen Tanzrichtungen waren wieder schnell gefunden. Als Location fanden wir für dieses Shooting das Theaterhaus am Pragsattel in Stuttgart.

Die tolle Location, die Neugier auf die Mittelformatkamera und die Sicherheit, gute Tänzer für das Shooting gewonnen zu haben brachten reichlich Vorfreude. Das Lichtsetup für dieses Shooting ist nicht vergleichbar mit dem vom Studioshooting, denn das Hauptlicht war nun ein Parabolschirm. Wir nutzten keine separaten Lichter.
Dennoch nutzten wir wieder 3 Blitze um eine bessere Abgrenzung vom Motiv zum Hintergrund zu erzielen.

Zum Shootings selbst gibt es auch ein kurzes Video, das sagt sicherlich mehr als tausend Worte.

Für alle technikbegeisterten hier ein kleiner Eindruck der Detailwiedergabe einer 65Megapixel Kamera:

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