Spiegelreflexkamera Kaufberatung: 20 Dinge, die es zu beachten gilt, wenn Du eine DSLR kaufst!

Dieser Artikel baut auf die Inhalte aus dem Artikel „Was spricht für den Kauf einer digitalen Spiegelreflexkamera?“ auf. Solltest Du diesen noch nicht gelesen haben, empfehle ich das nachzuholen. Die dort erwähnten Punkte sind bei einer Kaufentscheidung ebenso zu beachten.

Vorwort
Bevor Du eine digitale Spiegelreflexkamera (DSLR) kaufst, beantworte dir bitte selbst die folgenden Fragen:
• „Wie häufig und vor allem was möchte ich fotografieren?“
• „Bin ich bereit, hunderte oder auch tausende von Euro in Kamera-Equipment zu investieren?“
• „Bin ich bereit, mich mit der technischen Seite der Fotografie ausgiebig zu beschäftigen?“
• „Bin ich bereit, eine große und oft auch schwere Kamera mit mir zu tragen?“
• Und vor allem: „Will ich bessere Bilder?“

Preis
Beim Kauf einer Spiegelreflexkamera verhält es sich genauso wie mit allen anderen elektronischen Gerätschaften. Bereits für wenige hundert Euro kannst du eine Spiegelreflexkamera mitsamt Objektiv bekommen, du kannst aber auch ohne Weiteres für das Kameragehäuse alleine mehrere tausend Euro ausgeben. Mache dir deswegen bereits vor dem Kauf Gedanken über dein Budget. Bedenke hierbei auch Zubehör wie weitere Objektive, Blitz, eine Kameratasche und ggf. Software zur Bildbearbeitung.

Abblendtaste
Das Spiel mit der Schärfe ist einer der Hauptgründe, warum sich viele Umsteiger für eine Spiegelreflexkamera entscheiden. Den Umgang mit der Blende und der Schärfentiefe lernt man jedoch am besten mit der Abblendtaste. Leider ist diese nicht bei jedem Hersteller bzw. nicht bei jedem Kameramodell vorhanden.

Objektive
Wenn Du die Kamera im Set mit einem Objektiv kaufst, stellt sich die Frage, ob dieses Objektiv für deine Bedürfnisse ausreichend ist. Brauchst du noch ein zweites oder drittes dazu? Vermutlich wirst du diese Frage erst beantworten können, wenn du einige Zeit damit fotografiert hast. Bedenke, dass es sich unter Umständen lohnt, mehr Geld in Objektive als in die Kamera zu investieren. Vielleicht erfüllt eine günstigere oder eine gebrauchte Kamera deine Bedürfnisse ebenso. Im Hinblick auf Objektive ist es sinnvoll, sich eine Kamera der beiden Marktführer Canon oder Nikon anzuschaffen, denn hier gibt es mit Abstand den größten Gebrauchtmarkt. So findest du schnell einen Käufer für dein altes Objektiv, wenn du ein Update machst.

Akkus
Zum Lieferumfang jeder DSLR gehört ein Akku sowie das entsprechende Ladegerät. Mit diesem Akku kannst du rund 400 bis 900 Bilder schießen. Bedenke, dass Du für längeres Fotografieren, vor allem auch bei kälterer Witterung, mindestens einen Ersatzakku haben solltest. Es gibt nichts Ärgerlicheres als ein Motiv nicht fotografieren zu können, weil der Akku leer ist. Kalkuliere den Preis für einen Original-Akku in dein Budget mit ein. Akkus von Fremdherstellern schwanken sehr stark in Qualität und Leistungsfähigkeit.

Speicherkarten
Vielleicht passen die Speicherkarten aus deiner Kompaktkamera auch in die neue DSLR. Ein Kaufkriterium sollte das jedenfalls nicht sein, denn Speicherkarten sind in der Anschaffung relativ günstig. Deine Bilder können abhängig von Kamera und Qualitätseinstellung gute 5-25MB groß werden.
Speicherkarten sind somit ab einer Größe von 4 GB sinnvoll. Schließlich möchtest Du nicht ständig die Speicherkarten wechseln. Wenn Du gerne schnelle Bildfolgen oder gar Sportfotos machen willst, ist eine hohe Schreibgeschwindigkeit der Karte wichtig. Schnelle Karten kosten zwar etwas mehr, langsamere Karten bremsen aber in solchen Situationen die Kamera aus. Kopiere deine Fotos im Anschluss am besten mit einem guten, schnellen Kartenleser auf den Rechner. Auch hier profitierst Du wieder von schnellen Speicherkarten.

Kameratasche
Schütze deine wertvolle Ausrüstung mit einer hochwertigen Fototasche. Kalkuliere den Platz in der Tasche nicht zu knapp, rechnen auch etwas Platz für Verpflegung ein und bedenken, dass Du in Zukunft ggf. auch noch weiteres Equipment anschaffen wirst. Mehrere kleine Zusatzfächer für Speicherkarten, Visitenkarten, Mikrofasertücher, etc. sollten vorhanden sein. Achte auf hohen Tragekomfort. Überlege, ob ein Rucksack oder eine Umhängetasche besser geeignet ist. Ein Rucksack entlastet den Rücken, muss aber immer abgelegt werden, um an seinen Inhalt zu gelangen – beispielsweise bei Nässe oder auch in Menschenmassen ist das nicht ideal. Eine Umhängetasche erlaubt blitzschnellen Zugriff, bietet jedoch weniger Tragekomfort.

Filter
Auch im digitalen Zeitalter sind Filter noch sinnvoll. Hierzu gehört beispielsweise ein Polfilter zur Reduzierung von Spiegelungen und zur Verstärkung von Farben. Ein Grau- oder auch Grauverlaufsfilter hilft, Belichtungszeiten zu verlängern und Kontraste abzuschwächen. Nicht nur für teure Objektive kann ein einfacher UV- Filter die Frontlinse schützen. Für den Anfang wird ein einfacher UV-Schutzfilter genügen. Objektive haben unterschiedliche Gewindedurchmesser. Das ist beim Filterkauf zu beachten. Lernen aber zunächst die Kamera zu bedienen und schule Deinen Blick für das Motiv.

Anschlussmöglichkeiten
Hast Du vor, mit einer Studioblitzanlage zu fotografieren? Dann achte darauf, dass der hierfür notwendige Sync-Anschluss oder ein Mittenkontakt am Blitzschuh vorhanden ist und hierfür nicht ein Adapter gekauft werden muss. Das gilt insbesondere dann, wenn die Kamera keinen Mittenkontakt am Blitzschuh besitzt. Eventuell ist auch die Möglichkeit, die Kamera vom Computer aus fernzusteuern, für dich relevant? Informiere dich, inwiefern dies bei deinem Favoriten möglich ist. Einige Hersteller zeigen sogar das Live-Bild am Computerbildschirm und erlauben dies von dort aus zu fokussieren und auszulösen. Die Bilder werden dann wahlweise auf der Karte, dem Computer oder beidem gespeichert.

Wie liegt die Kamera in der Hand?
Nimm im Geschäft oder bei Freunden verschiedene Kameras in die Hand! Welche liegt dir am besten in der Hand? Welche kannst Du am besten greifen? Viele Einsteigermodelle sind komplett aus Kunststoff und besitzen zudem einen relativ kleinen Griff – das ist nichts für große Hände und kann eine unangenehme Überraschung sein, wenn man sich ausschließlich online informiert und ausschließlich technische Daten vergleicht.

Vorhandene Ausrüstung
Insbesondere wenn du bereits Objektive eines bestimmten Herstellers besitzt, kann es verlockend sein, auch eine DSLR des selben Herstellers zu kaufen. Überprüfe jedoch genau, ob dieses Objektiv tatsächlich vollständig kompatibel ist und hinterfrage vor allem bei dieser Gelegenheit gleich, ob das mitgelieferte Kit-Objektiv nicht sogar gleichwertig oder gar besser als dein altes ist. Bei Blitzen gilt dasselbe – insbesondere alte Blitzgeräte sind nicht oder nur sehr eingeschränkt mit aktuellen Kameras kompatibel. Überprüfe daher gründlich im Voraus, ob dein Blitz mit der Kamera funktioniert und E-TTL oder I-TTL und vor allem auch HSS unterstützt. Blindes Ausprobieren kann im schlimmsten Fall deine Kamera beschädigen!

Auflösung
Alle aktuell verfügbaren DSLRs haben eine Auflösung von 10 Megapixel oder mehr. Das lässt dir genug Spielraum für kreative Ideen und Versuche. Mehr Auflösung bedeutet, dass bei gleicher Sensorgröße die Pixel immer kleiner werden müssen. Kaufe deine Kamera nicht nach der Auflösung. Eine Kamera mit 18 oder Megapixel in Kombination mit einem „Billigobjektiv“ ist wie Porsche mit Fahrradreifen fahren!

Sensorgröße
Bis auf einige Profimodelle besitzen alle aktuellen DSLRs einen Sensor, welcher um den Faktor 1,6 kleiner als das bekannte Kleinbildnegativ ist. In der Praxis bedeutet das, dass alle Objektive an einer Kamera mit Cropfaktor von 1,6 eine weitaus weniger weitwinklige Wirkung haben und Sie immer ein Stück näher dran sind, da der kleinere Sensor nur einen Teil des entstehenden Bildes sehen und aufzeichnen kann. Für Tele-Fans ein Vorteil, für Weitwinkel-Fans ein Ärgernis!

Andere Funktionen

Damit nicht genug, denn schließlich gibt es ja auch die technischen Fakten, auf die Du selbstverständlich auch einen Blick werfen solltest.
Hierzu gehören:

• Serienbildgeschwindigkeit
• kürzeste Belichtungszeit
• Lichtempfindlichkeit
• Displaygröße und Anzahl der Displays
• Bildstabilisator
• Automatische Sensorreinigung
• Anschlussmöglichkeiten
• Kreativprogramme
• Blitzsystem

Der Fotograf macht das Bild

Am Ende machst du aber selbst das Bild und nicht die Kamera. Was nutzt ein technisch perfektes Foto, das niemand sehen möchte? Lerne die Kamera zu bedienen. Setze Blende, Zeit ISO, Autofokus und Belichtungskorrektur gezielt ein. Mache dir Gedanken zu deinem Bild, bevor Du abdrückst!

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